Tatort – „Der Wüstensohn“
Der Münchner „Tatort: Der Wüstensohn“ lief 2014 im Ersten und erreichte knapp 10 Millionen Zuschauer. Regie führte Rainer Kaufmann, das Drehbuch schrieben Alexander Buresch und Matthias Pacht. Im Mittelpunkt stehen die Ermittler Batic und Leitmayr, gespielt von Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl. Die Filmmusik stammt von Martin Probst.
Der Film erzählt von einem politisch aufgeladenen Fall rund um den fiktiven Wüstenprinzen Nasir aus Kuman. Nicht alles an der Handlung wurde später als realistisch bewertet – besonders die Darstellung diplomatischer Immunität wurde kritisch gesehen. Dennoch blieb der Film vielen Zuschauern im Gedächtnis. Das lag vor allem an der intensiven Inszenierung, dem Auftritt von Yasin el Harrouk als Titelheld – und an der Musik.
In der Leserwertung der FAZ zu den besten „Tatort“-Folgen des Jahres 2014 landete „Der Wüstensohn“ auf Platz 9. Besonders hervorgehoben wurden dort Musik und Schnitt; der Soundtrack wurde sogar als möglicherweise bester des Jahres bezeichnet.
Auch nach der Ausstrahlung gab es viele positive Rückmeldungen zur Musik. Häufig nachgefragt wurde der Song „Aleb“ von Yasmine Hamdan, der im Film zu hören ist. Die eigentliche Filmmusik stammt vollständig von Martin Probst. Eine besondere Note: Der Gesang im Score kommt tatsächlich vom Hauptdarsteller selbst. Veröffentlicht wurde der Score allerdings nicht, er war damals nicht käuflich erhältlich.
„Der Wüstensohn“ zeigt damit sehr gut, wie Filmmusik einen Fernsehkrimi prägen kann: nicht nur als Begleitung, sondern als eigener erzählerischer Motor. Die Musik gibt dem Film Tempo, Atmosphäre und eine emotionale Spannung, die über den eigentlichen Kriminalfall hinauswirkt.
Bild: BR/Heike Ulrich/Claussen+Wöbke+Putz Filmproduktion GmbH